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Strategic Performance Test: Österreichische Technologieführer füttern Wachstumshunger der SchwellenländerSTRATEGIC PERFORMANCE TEST:
ÖSTERREICHISCHE TECHNOLOGIEFÜHRER
FÜTTERN WACHSTUMSHUNGER DER
SCHWELLENLÄNDER

19.09.2013
Die diesjährigen Gewinner des Strategic Performance Tests punkten mit österreichischer Spitzentechnologie in internationalen Industrien, die stark vom Boom der Schwellenländer profitieren. Abseits der Stagnation und schwachen Nachfrage in Europa wachsen die Schwellenländer stark, mit einem enormen Bedarf an Rohstoffen, Maschinen, Infrastruktur und Mobilität. Die diesjährigen Strategiechampions Binder+Co, Andritz und Miba bedienen genau diese Felder. Frühzeitig haben sie ihre Aktivitäten und Strategien darauf ausgerichtet und die Internationalisierung erfolgreich vorangetrieben.

Strategie für Wachstum

 

Der diesjährige Sieger der 3-Jahres-Wertung ist der Maschinen- und Anlagenspezialist Binder+Co. Das im Segment Aufbereitungs-, Umwelt- und Verpackungstechnik tätige steirische Unternehmen ist Weltmarktführer in den Bereichen Siebtechnik und Glasrecycling. Der internationale Technologiekonzern Andritz, der weltweit Anlagen und Services für Wasserkraftwerke und zahlreiche Schwerindustrien (Stahl, Metall, Papier, Zellstoff) anbietet, konnte dieses Jahr seinen zweiten Platz verteidigen. Der Antriebskomponentenkonzern Miba konnte im Betrachtungszeitraum das erste Mal eine Podiumsplatzierung erringen und erreichte den dritten Platz.

 

„Die Gewinnerunternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich – gestützt auf High-Tech Premiumprodukte – zum richtigen Zeitpunkt dafür entschieden haben, die Strategie auf Wachstumsmärkte auszurichten. Die Kerngeschäfte der Verarbeitung von Rohstoffen (Binder+Co), der Industrieproduktionsanlagen (Andritz) und der Mobilität (Miba) sind allesamt in der Nachfrage stark korrelierend mit dem Wachstum in Ländern, die gerade den nächsten Industrialisierungsschritt gehen. Hier herrscht eine hohe Nachfrage nach diesen Gütern, während sie in Europa zunehmend stagniert. Dies macht sich in einer Langzeitbetrachtung dementsprechend in einer überdurchschnittlichen Performance der Unternehmen bemerkbar“, erklärt der Studienautor Werner Hoffmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Contrast Management-Consulting und Vorstand des Instituts für Strategisches Management an der WU Wien.

 

Anpassung von Strategien zur Förderung von Erfolgen

 

Für die 3-Jahres-Auswertung wurden dieses Jahr 56 börsennotierte Unternehmen in die Wertung aufgenommen (inkl. acht Finanzdienstleister). Die Kennzahlen zur Performancemessung (Spread, Eigenkapitalrentabilität, Total-Shareholder-Return (TSR) und Wachstum) wurden auch in diesem 15. Jubiläumsjahr des Tests beibehalten. „Frühzeitig in Wachstumsmärkten durch Technologieführerschaft eine Präsenz aufzubauen und anfangs auch rote Zahlen in Kauf zu nehmen, ist ein entscheidender Schritt für Unternehmen dieser Art. Diese Strategieausrichtung resultiert dann oft in hohen Renditen, wenn der Markt die erste Boomphase hinter sich gelassen hat und stabilisiert starke Nachfrage zeigt“, so WU-Strategieexperte Thomas Maidorfer. Er vergleicht dies mit der China-Strategie der deutschen Premiumautomobilhersteller vor zehn Jahren. Zugleich warnt er aber auch vor zu großer Euphorie und ist sich mit Patrick Schwarzl, Co-Autor der Studie und Berater bei Contrast, einig: „Die Nachfrage der Schwellenländer hat in der Vergangenheit hohe Gewinne und Wachstum ermöglicht. Die großen Schritte, die diese Länder in den letzten Jahren gemacht haben, sind aber keineswegs eine Garantie für eine Fortsetzung dieser Erfolge. Es ist daher wichtig, Risikofaktoren im Portfolio neu zu bewerten und die Strategie dementsprechend anzupassen.“

 

Binder+Co

 

Das steirische Industrieunternehmen Binder+Co ist Spezialist für Maschinen und Gesamtanlagen zur Zerkleinerung, Absiebung, Trocknung, Sortierung, Nassaufbereitung sowie Verpackung und Palettierung von Schüttgütern aller Art und laut eigenen Angaben Marktführer in den Bereichen Siebtechnik und Glasrecycling. Die Anlagen werden zur Aufbereitung von Kohle, Erz, Industriematerialien, Baustoffen, Futter, chemischen Produkten, Altglas, Altpapier und Kunststoffabfall eingesetzt. Das Unternehmen überzeugt erneut durch ein starkes Wachstum und eine zukunftsorientierte Strategieausrichtung. Die Börse hat diese Entwicklung in den letzten drei Geschäftsjahren mit einem Anstieg des Aktienkurses um 148 % belohnt. Während eine Aktie am Ende des Geschäftsjahres 2009 noch um 11,10 Euro gehandelt wurde, lag der Preis am Ende des Geschäftsjahres 2012 schon bei 27,50 Euro. Das Unternehmen ist sehr breit aufgestellt und hat sich auch über seine Absatzmärkte gut diversifiziert. Der Exportanteil liegt bei mehr als 90 %, wobei Westeuropa noch nahezu für die Hälfte des Umsatzes verantwortlich ist.

 

Vom KMU zu internationalen Standorten

Damit die Erfolgsgeschichte des Gleisdorfer Unternehmens vom steirischen KMU zum internationalen Konzern weitergeht, wurde bereits in einen neuen Produktionsstandort China investiert. „Gerade in Ländern wie China, die über einen langen Zeitraum einen enormen Wachstums- und Industrialisierungsschub vorweisen können, werden zunehmend auch Themen wie effiziente Rohstoffverarbeitung und Recycling relevant. Ein Unternehmen wie Binder, das hier schon eine lange Tradition und hohes Know-how aufweisen kann, hat in dieser Phase beste Chancen sich in einem solchen Markt zu profilieren“, so Werner Hoffmann. Weitere Produktionsstätten in Nord- und Südamerika sind in Planung. „Binder+Co hat sich durch Investitionen in Forschung und Entwicklung zum weltweiten Technologieführer in ihrer Branche entwickelt. Nun gilt es, diesen Vorsprung weiterhin zu halten und auch für zusätzliches Wachstum zu nutzen. Der stark steigende Bedarf nach Recyling- und Umwelttechnologien in den Schwellenländern stellt ein sehr lukratives Geschäftspotenzial dar“, meint Hoffmann. Co-Autor Thomas Maidorfer warnt aber: „In einem jungen Markt wie beispielsweise China hat ein solcher Premium-Anbieter als Technologieführer meistens keine Probleme seinen Preisaufschlag zu rechtfertigen. Nach einiger Zeit entsteht aber gerade in asiatischen Ländern schnell lokaler Wettbewerb durch „Me-too“-Anbieter. Dieser kann einen Preiskampf entstehen lassen, der eine Gefahr für das Geschäftsmodell der westlichen Unternehmen darstellen kann. Daher ist hohe Produktqualität und stetige Innovation für Unternehmen wie Binder überlebensnotwendig.“ Aufgrund des gestiegenen Preisdrucks ist es daher wenig überraschend, dass auch Binder im Jahr 2013 einen geringeren Gewinn prognostiziert und der Aktienkurs dementsprechend etwas nachgegeben hat.

 

Andritz AG

 

Der steirische Industrieanlagenbau-Konzern Andritz konnte erfolgreich seinen zweiten Platz aus dem Vorjahr verteidigen. Der Umsatz aus dem Rekordjahr 2011 konnte abermals gesteigert werden. Auch der Aktienkurs entwickelte sich ebenfalls beeindruckend mit einem Anstieg von 48 % allein im Geschäftsjahr 2012. Dass die Entwicklung von Andritz nicht zufällig passiert ist, erkennt man an der langfristigen Entwicklung des Unternehmens. Der Maschinenbauer konnte sich geschickt im Hydrogeschäft platzieren (24 % des Umsatzes) und die Konzentration vom Papiergeschäft auf die Wachstumstreiber Metall und Seperation verteilen. Damit hat Andritz frühzeitig strategische Schritte gesetzt, um am Boom der BRIC-Länder teilzuhaben. Untersucht man das von Contrast Management-Consulting veröffentlichte Strategic Performance Ranking der letzten zehn Jahre1, so geht Andritz hier als Gesamtsieger hervor, was sich auch am Börsenkurs verfolgen lässt. Notierte der Kurs der Andritz-Aktie beim Börsenstart im Juni 2001 noch bei 2,63 Euro, so lag der Preis Ende 2012 bei 48,54 Euro.

 

Kein Grund zur Panik

Jedoch zeigten sich im ersten Halbjahr 2013 auch die Gefahren einer auf Wachstumsmärkte ausgerichteten Strategie. Andritz bekam vor allem in Südamerika die hohe Volatilität der Schwellenmärkte zu spüren. Die Gewinnzahlen sind im ersten Halbjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen und der Aktienkurs verzeichnete einen Einbruch. Dies kann als gutes Beispiel für die Risiken eines Engagements in Wachstumsmärkten gesehen werden, die jedoch langfristig dennoch großes Erfolgspotenzial bieten. „Man kann vermuten, dass es nach Zeiten der großen Wachstumsschübe jetzt zu einer Konsolidierungsphase kommt, wo Erwartungen und Realität in diesen Märkten angeglichen werden müssen und man die Strategie dementsprechend neu kalibriert“, meint Werner Hoffmann. Mit einem Blick auf den Kapitalmarkt meint er allerdings ergänzend, dass dies eine ganz normale Entwicklung nach Jahren des starken Wachstums sei und sieht somit keinen Grund zur Panik bei den Aktionären

 

MIBA AG

 

Die MIBA AG gilt als weltweiter Technologieführer im Bereich von Antriebskomponenten für Fahrzeuge, Züge, Schiffe oder Kraftwerke. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 4.300 Mitarbeiter an 20 Standorten weltweit. Der Fokus liegt neben dem Kernmarkt in Europa auch stark auf die Wachstumsmärkte in Asien. So hat die MIBA im Jahr 2007 einen Produktionsstandort im Westen Shanghais eröffnet, der die Tochtergesellschaften von großen europäischen, amerikanischen und auch chinesischen Fahrzeugherstellern beliefert. 2011 erfolgte der Schritt nach Indien, wo man in ein Joint Venture mit einem lokalen Partner einstieg. Ziel des Unternehmens ist es, die Produktionskapazitäten in diesen Ländern weiter auszubauen und so verstärkt von der wachsenden Nachfrage vor Ort zu profitieren. Auch für das US-Geschäft erwartet MIBA vor allem in der Baumaschinenindustrie weiteres Wachstum.

 

Mit Ehrgeiz zum Ziel

„Zu einem Zeitpunkt, wo bei MIBA eine neue Unternehmergeneration das Ruder übernimmt, erscheint das Unternehmen gut gerüstet für weiteres profitables Wachstum im Kerngeschäft“, gratuliert Contrast Management-Consulting Geschäftsführer Hoffmann dem Traditionsunternehmen.

Das ehrgeizige Ziel, in den nächsten Jahren die 1-Milliarde-Umsatzmarke zu überspringen (2012: 606 Mio. Euro), wird nur mit Wachstum in den Schwellenmärkten möglich sein. Um dort den Wettbewerbsvorsprung zu sichern, investiert MIBA stark in Forschung und Entwicklung. Gemessen anden Patentanmeldungen zählt MIBA zu den zehn innovativsten Unternehmen Österreichs.

Indirekt profitiert MIBA schon heute vom boomenden Fahrzeugmarkt in China. Viele der MIBA Produkte hängen in der direkten Supply-Chain der deutschen Autokonzerne, deren Wachstum der letzten Jahre fast nur auf die asiatischen Märkte zurückzuführen ist. Contrast Management-Consulting Berater Schwarzl analysiert: „Der Druck auf Lieferanten in einem kompetitiven Markt- umfeld ist immer sehr hoch. Um sich vor einem Preiskampf zu schützen, muss man Premiumprodukte anbieten können, welche qualitativ über denen der Mitbewerber stehen. Dies geht nur durch stetige Investitionen in neue Technologien und eine Innovationsbereitschaft, die es Unternehmen ermöglicht, ihren Konkurrenten immer einen Schritt voraus zu sein.“

 

1 Eine 15-Jahres-Wertung ist auf Grund von Datenverfügbarkeit nicht möglich (Veränderungen im ATX, Fusionen, Konkurse, Euroeinführung, Datenaufbereitung – als Langzeitbetrachtung wurden daher zehn Jahre gewählt.