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„Ohne Überzeugung ist eine Strategie nur eine Anreihung an Sätzen auf Papier.“„OHNE ÜBERZEUGUNG IST EINE STRATEGIE
NUR EINE ANREIHUNG AN SÄTZEN AUF
PAPIER.“

31.05.2017
Am 29. Mai 2017 lud Werner Hoffmann, Vorstand Institut für Strategisches Management, WU Wien und Partner Advisory Services | Strategy Leader GSA, Contrast EY, zum Wiener Strategieforum an der WU Wien ein. Diskutiert wurden Fragen zur Zukunftsgestaltung von Unternehmen im Licht von Megatrends wie „politischem Populismus“ oder „digitaler Transformation“. Mehr als 150 Teilnehmer folgten der Einladung, u.a. Gerhard Schilling (Almdudler Limonade|Geschäftsführer), Georg Schöppl (Österreichische Bundesforste|Vorstand), Wolfram Senger-Weiss (Gebrüder Weiss|CEO), Josef Siess (BILLA|Vorstand) und Claus Tinnacher (Siemens|Business Development).

Regierung und Unternehmen am Zug gegen Populismus

 

Christoph Badelt (Professor|WU), Wolfgang Anzengruber (CEO|Verbund), Johannes Kopf (Vorstand|AMS) und Matthias Strolz (Vorsitzender|NEOS) gingen in der Eröffnung des Forums der Frage nach, was Unternehmen und Regierung dazu beitragen können, dass die Gesellschaft angesichts politischer Instabilität und Populismus wieder einheitlich positiv in die Zukunft blicken kann. „Populismus ist Ausdruck einer politischen Strategie“, analysierte Badelt, „in einer Gesellschaft in Zufriedenheit  würde sich Populismus nicht so ausbreiten.“ Aber kann Politik ganz ohne Populismus auskommen? „Grundsätzlich braucht Politik Emotionen. Erst dann kann etwas in den Kopf kommen“, ist Strolz überzeugt. Kopf ergänzte, es brauche auch ein gutes Emotionsmanagement, vor allem müsse die politische und ökonomische Bildung an Schulen aber forciert werden. Anzengruber sieht auch den Energie- und Umweltsektor von Populismus betroffen: „Wir lieben die Verfügbarkeit dieser Produkte, aber hassen deren Produktion. Niemand möchte ein Kraftwerk sehen. Wir müssen die Anwender daher integrieren und so Verständnis schaffen.“

 

Daten und Mitarbeiterkommunikation als Erfolgsformel

 

Der Vormittag wurde durch einen „Strategy Talk“ abgeschlossen. Margarete Schramböck (CEO|A1), Michael Müller-Wünsch (CIO|Otto) und Philipp Roesch-Schlanderer (Gründer|eGym) setzten sich mit den Herausforderungen der digitalen Transformation auseinander. Müller-Wünsch erklärte, wie man ein traditionelles Versandhaus in das digitale Zeitalter transferiert, um erfolgreich mit Amazon und Zalando zu konkurrieren.

   

Als Erfolgsformel spricht er von „Datens(ch)ätzen“, die gemeinsam mit technologischer Kompetenz, ein intelligentes Echtzeitunternehmen ermöglichen. In der Diskussion sind sich die Referenten einig, dass transparente Kommunikation mit den Mitarbeitern essentieller Faktor für das Vorantreiben der digitalen Wende ist. Digitalisierung gebe es außerdem nur in „3D“: Mitarbeiter, Kunden und Partner müssen einbezogen werden. Hier müsse man sich dem analogen Dialog stellen.

 

Am Nachmittag wurde Kathleen Eisenhardt (Professorin|Stanford University) mit dem „Theory-to-Practice Strategy Award“ ausgezeichnet. Der Award wird einmal jährlich an einen herausragenden Wissenschaftler vergeben, deren Forschungsergebnisse bedeutenden Einfluss auf die Unternehmenspraxis haben. Ihre „Simple Rules“ zeigen, dass sich mit einfachen Regeln erfolgreich komplexe Situationen bewältigen lassen.

 

Innovation und Kreativität als Basis zukünftiger Geschäftsstrategien

 

Andreas Kaufmann (Aufsichtsrat und Teilhaber|Leica Camera), Rainer Seele (CEO|OMV) und Valentin Stalf (Gründer|N26) diskutierten in einer weiteren Talk-Runde Wege zur kreativen Strategiearbeit angesichts vielfältiger Herausforderungen: Denn Digitalisierung, Volatilität der Märkte, schleppendes Wirtschaftswachstum und geopolitische Unsicherheit sind Faktoren, die die Entwicklung von Unternehmen nachhaltig beeinflussen. Seele spricht aus seiner Erfahrung als CEO des umsatzstärksten Unternehmens Österreichs, wie man Strategiearbeit in unsicheren Zeiten gestaltet und zukünftige Geschäftsmodelle entwickelt: „Es geht darum aus Prognosen keine genauen Zahlen zu filtern, sondern Trends abzuleiten und zu wissen, was sie für mein Unternehmen bedeuten.“

 

Kaufmann beleuchtet das Thema Strategiearbeit aus einem anderen Blickwinkel. Er studierte Literaturwissenschaften statt Bilanzen, war Waldorf-Lehrer statt Großunternehmer und konnte mit viel Engagement und Herzblut den Kamerahersteller ins digitale Zeitalter übersetzen. Die vom Wiener Valentin Stalf gegründete mobile Bank N26 zählt heute zu der am schnellsten wachsenden Bank Deutschlands. Mit seiner Konto-App, die zur „future of financial services“ werden soll, zeigt er etablierten Bankinstituten die neuen Spielregeln der digitalen Wirtschaft klar auf. Jedoch: Eine Strategie auf Papier gebracht, ist nur eine Anreihung von Sätzen, es brauche Überzeugung zur Exekution sind alle drei überzeugt.

 

„Unternehmen müssen dem Umstand Rechnung tragen, dass sich durch den digitalen Wandel Wertschöpfungsstrukturen grundlegend ändern und sich um Kundenprobleme und Technologieplattformen unternehmensübergreifende Ökosysteme bilden. Um sich in diesem Umfeld strategisch erfolgreich zu positionieren, ist es nicht notwendig, selbst zu einem IT-Powerhouse zu werden“, resümiert Werner Hoffmann abschließend.

 

www.strategieforum.at

Fotogalerie
v. l. n. r.: Michael Müller-Wünsch (OTTO), Valentin Stalf (N26), Kathleen Eisenhardt (Standford University), Andreas Kaufmann (Leica Camera), Werner Hoffmann (Contrast EY) - Foto © Arman RastegarKathleen Eisenhardt (Stanford University), Werner Hoffmann (Contrast EY) - Foto © Arman RastegarRainer Seele (OMV), Andreas Kaufmann (Leica Camera), Valentin Stalf (N26), Georg Schreyögg (FU Berlin)  - Foto © Arman Rastegar