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Nachhaltiger Wert in schwieriger wirtschaftlicher LageNACHHALTIGER WERT IN SCHWIERIGER
WIRTSCHAFTLICHER LAGE

29.07.2010

Ein Anbieter von Sportwetten, ein Feuerwehrausrüster und Nischentechnologieanbieter sind die Best Performer des Strategic Performance Tests 2010. Im mittelfristigen Betrachtungszeitraum von drei Jahren liegen BWIN, Rosenbauer und Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment an der Spitze des Rankings. In der Betrachtung über ein Jahr sind BWIN, Rosenbauer und BWT- Best Water Technology die Top-Drei.

 

Wachstum, relative Börsen-Performance sowie die Ertragskraft sind für Werner Hoffmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Contrast Management-Consulting und Professor für Unternehmensführung der WU Wien, wichtige Indikatoren für erfolgreiche Unternehmensstrategien. Gemeinsam mit Bernhard Gritzner, Senior Berater bei Contrast Management-Consulting, sind börsennotierte österreichische Unternehmen unter die strategische Lupe genommen worden. Das Fazit der Analyse: in der Krise sind folgende Erfolgsparameter entscheidend:

  • eine klare strategische Positionierung
  • Erschließung neuer Erfolgspotenziale durch Internationalisierung und Innovation
  • eine intelligente Kombination aus organischem und externem Wachstum
  • operative Exzellenz (insb. straffes Kostenmanagement)
  • eine gute/ausgewogene Bilanzstruktur mit genügend finanziellem Handlungsspielraum in Krisenzeiten zur konsequenten Umsetzung der Unternehmensstrategie

Langfristige Performance-Analyse

 

Contrast Management-Consulting, der führende österreichische Strategieberater, analysiert seit 12 Jahren die Performance börsennotierter österreichischer Unternehmen. Die bewährten Kennzahlen zur Performancemessung (Spread, Eigenkapitalrentabilität, Total-Shareholder- Return (TSR) und Wachstum) wurden auch in diesem Jahr beibehalten, lediglich die Datenbasis wurde aus strategischen Gründen geändert. Bisher wurden die einzelnen Geschäftsberichte der Unternehmen ausgewertet. Heuer wurden zwecks Standardisierung und einer möglichen Ausweitung der Studie auf strategisch relevante Märkte erstmals die Daten (G&V, Bilanz, historische Kurse, Betas) aus dem Thomson Datastream verwendet.

 

In einer 1-Jahres-, und einer 3-Jahreswertung wird die Wertentwicklung der Unternehmen gemessen. Contrast Management-Consulting analysierte insgesamt 69 Unternehmen (davon 10 Banken/Versicherungen/Finanzdienstleister, die in einem eigenen Ranking abgebildet wurden) in der 3-Jahres-Analyse sowie 75 Unternehmen (davon 11 Banken/Versicherungen/Finanzdienstleister) in der 1-Jahres-Analyse.

 

Welche Erfolgskonzepte hatten die Sieger 2010?

 

Gesamthaft betrachtet, war es zur erfolgreichen Bewältigung der Wirtschaftskrise offensichtlich entscheidend, rechtzeitig auf die sich dramatisch verändernden Rahmenbedingungen zu reagieren (z.B. rigoroses cost-cutting bei Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment, Investition in die Stärke (F&E) des Unternehmens bei Rosenbauer – die auch mit dem Best Innovator Award 2009 gekürt wurden – oder auch gezielte Akquisitionen (BWT) bzw. geplante Akquisitionen (BWIN), um Markteinbrüche zu kompensieren bzw. weiter zu wachsen) ohne dadurch die Erfolgspotenziale für die Zukunft zu gefährden.

 

Der diesjährige Sieger sowohl im 1-Jahres- wie auch im 3-Jahres-Ranking ist Anbieter von Sportwetten. BWIN konnte gleich in zwei Kategorien (Spread, Total-Shareholder-Return) die führende Position einnehmen. Nach einem massiven Kursverfall im Jahr 2006 und einer leichten aber kontinuierlichen Erholung in den Folgejahren konnte im Jahr 2009 erstmals wieder ein 3-Jahres-Hoch berichtet werden. Obwohl das Jahr 2009 nicht das Jahr der großen Sportevents war, gelang es BWIN, sowohl die Brutto-Gaming-Erträge als auch die Anzahl der Sportwettenkunden zu steigern. Gerade im Jahr der Fußball WM stellt dies eine beachtliche Basis dar, die zusätzlich zu der M&A-Fantasie aus einer möglichen Übernahme von Party Gaming dazu führte, dass sich die BWIN-Aktie nicht im allgemeinen negativen Markttrend entwickelte und mit dieser erfreulichen Performance die restliche ATX-Konkurrenz auf die Plätze verwies.

 

Rosenbauer intensiviert Forschung und Entwicklung

 

Den zweiten Platz in beiden Rankings nimmt wie im Vorjahr der weltweit größte Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen Rosenbauer ein. „Die Erfolgsstrategie von Rosenbauer besteht darin, auf vorhandene Kernkompetenzen zu setzen und trotz der Krise massiv in F&E, insbesondere am Standort Österreich, zu investieren – und blieb damit trotz eines schwierigen Marktumfeldes weiterhin auf Wachstumskurs. Das fünfte Mal in Folge gelang es dem Unternehmen, die Umsätze zu steigern (+8 %), wobei auch heuer wieder das Exportgeschäft der größte Ergebnisbringer war“, so die Analyse der Autoren. Einen weiteren betriebswirtschaftlichen Erfolg konnte Rosenbauer erzielen, in dem es eine EBIT-Marge über dem Branchenschnitt erreichte. Das EBIT konnte um 9 % im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Volle Auftragsbücher und ein im Jahr 2009 initiiertes Produktions-Joint-Venture in Russland – dem größten Feuerwehrmarkt der Welt – sind beste Voraussetzungen für eine Vollauslastung der Produktion und für das Erreichen weiterer Rekorde im Jahr 2010.

 

Finanzkennzahlen bei BWT deutlich verbessert

 

Der Drittgereihte im 1-Jahres-Ranking BWT (Best Water Technology) verfolgte im letzten Jahr eine ähnliche Strategie wie Rosenbauer. Zwar mussten in einigen Bereichen Umsatz- und Ergebniseinbrüche in Kauf genommen werden, allerdings ist der Umsatzrückgang mit insgesamt nur 2,3 % trotz Rezession gering ausgefallen. Teilweise konnten die Einbrüche im Zusatzgeschäft durch Akquisitionen kompensiert werden. Trotz eines großen Investitionsprogramms (44 Mio. €) konnten die Finanzkennzahlen auf dem guten Vorjahresniveau gehalten bzw. sogar verbessert werden. Der Cashflow entwickelte sich positiv und die Nettoverschuldung konnte trotz der Akquisition der Pharmaaktivitäten von CWT durch BWT recht gering gehalten werden. Durch die Integration dieser Pharmaaktivitäten und durch weitere Produktinnovationen rechnet man wieder mit einer Umsatzsteigerung im Jahr 2010. Weiters schafft die solide Bilanzstruktur (hohe EK-Quote und rückläufiger Verschuldungsgrad) Handlungsspielraum für weitere wachstumsfördernde Akquisitionen.

 

Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment

 

Der Gewinner des 10-Jahres-Performance-Tests Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) muss auf ein turbulentes Krisenjahr 2009 zurückblicken. Als Vorjahres Vierter im 1-Jahres-Ranking fiel SBO heuer in der 1-Jahres-Betrachtung auf Platz 31 zurück, konnte sich allerdings in der Mittelfristbetrachtung den 3. Platz sichern. Das Jahr 2009 war geprägt durch einen massiven Einbruch der Oilfield Service Industrie. Als Folge der Rezession kam es erstmals seit dem Jahr 1981 zu einer Reduktion des Energieverbrauchs, einem damit einhergehenden Überangebot von Rohöl und führte in weiterer Konsequenz dazu, dass die Ölgesellschaften ihre Budgets für Exploration und Produktion umgehend radikal kürzten.

 

Die Folge für SBO war ein massiver Einbruch der Umsätze (-35 % im Vergleich zum Vorjahr) und des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA -46 %). SBO reagierte umgehend auf die sich ändernden Marktgegebenheiten mit einem umfassenden Maßnahmenpaket. Mithilfe von cost-cutting-Maßnahmen (vor allem im Personalbereich), der Kürzung bzw. Verschiebung von Investitionen und durch das Insourcen von Leistungen konnte der Auftragsrückgang teilweise kompensiert und trotz widriger Umstände ein positives Jahresergebnis erreicht werden. Die Vorzeichen für die Zukunft stehen jedoch gut. SBO kann auf eine gute Bilanzstruktur verweisen, hat eine niedrige Verschuldung und ausreichend Liquidität. Der langfristige Erfolg des Geschäftsmodells ist aus heutiger Sicht gesichert.

 

Erstmals Ranking für Banken und Versicherungen

 

Das 1- und 3-Jahres-Ranking für Banken und Versicherungen, das heuer erstmals separat erstellt wurde, wird von der Vienna Insurance Group (VIG) angeführt. Nachhaltiges Wachstum durch weitere Internationalisierung im CEE-Raum scheint weiterhin der Weg zum Erfolg für die VIG zu sein. Die CEE-Prämienanteile konnten im Jahr 2009 gesteigert werden und die VIG nimmt mit einem CEE-Prämienanteil von rund 40 % im Life-Insurance-Bereich sogar die Marktführerschaft in CEE ein. Die Konzernprämien, die erstmals die magische 8 Mrd. EUR Marke überschritten haben, spiegeln das positive Wachstum des Konzerns wider. Ebenfalls positiv entwickelt haben sich das Finanzergebnis, die Kapitalanlagen und der Group Embedded Value. Letzteren kann man auch als Indikator für die Nachhaltigkeit der Ergebnisse sehen, da dieser den Wert des Bestandes an Versicherungsverträgen (gegenwärtiger Stand + dem aktuellen Wert zukünftiger Erträge aus diesem Bestand) beziffert.

 

Abschließend meinen die Autoren, dass klare strategische Positionierung, eine wohl überlegte Wachstumsstrategie und ein konsequentes strategiebasiertes Kosten- und Liquiditätsmanagement zwar keine Garantien, aber doch unverzichtbare Grundlagen für nachhaltigen Unternehmenserfolg auch in schwierigen Zeiten darstellen.

 

Einige Fakten zu den Kennzahlen:

  • Return Spread
    Diese Kennzahl gibt an, ob bzw. wie viel die Gesamtkapitalrentabilität des Unternehmens über den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten liegt.
  • Jahreswachstum
    Diese Kennzahl ist ein Indikator für den Aufbau zukünftiger Wachstumspotenziale.
  • Total Shareholder Return
    Der Total Shareholder Return zeigt, welche Rendite Anleger mit den jeweiligen Papieren erzielt haben.
  • Eigenkapitalrentabilität
    Diese Kennzahl gibt an, wie hoch die Eigenmittel eines Unternehmens verzinst werden.