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Mehr Mut zum VergleichMEHR MUT ZUM VERGLEICH

04.02.2013
Nonprofit-Organisationen (NPOs) erfüllen wesentliche gesellschaftspolitische Aufgaben. Dabei kommt es immer mehr zum Einsatz von Management-Instrumenten. Scheu haben NPOs allerdings immer noch vor dem Vergleich untereinander oder gar mit der „Profit-Welt“. Christian Horak, geschäftsführender Partner der Unternehmensberatung Contrast Management-Consulting, berät seit mehr als 20 Jahren Nonprofit-Unternehmen. Er plädiert für „mehr Mut“, denn der Vergleich mit anderen könne sowohl Stärken als auch Schwächen viel transparenter machen und damit zur Weiterentwicklung der Organisation beitragen.

Am 30. Jänner präsentierte Christian Horak Erfahrungen und Ergebnisse zum Thema Benchmarking bei einer Auftaktveranstaltung des Controller Instituts. In einer Studie über Steuerung in Nonprofit-Organisationen und der öffentlichen Verwaltung aus dem Jahr 2011 gaben knapp 60 % der Befragten an, dass sie interne Vergleiche als sinnvoll erachten, wobei nur 42 % interne Benchmarks umsetzen. 40 % der Befragten gaben an, dass sie externes Benchmarking befürworten, jedoch nur die Hälfte praktiziert dieses auch tatsächlich.

 

Begriff aus der Landvermessung

„Der Begriff Benchmarks kommt aus der Landvermessung. Benchmarks beschreiben Maßstäbe, die untereinander verglichen werden können“, erläutert Horak. Benchmarking ist der objektive Vergleich von Wirkungen, Prozessen, Kosten etc. mit anderen Einheiten anhand von Kennzahlen oder Standards. Gerade Nonprofit-Organisationen betrachten jedoch den Vergleich durch Kennzahlen oft als verzerrend und berufen sich auch oft auf qualitative Aspekte. Benchmarking-Prozesse spielen bei Finanzierungsfragen eine wesentliche Rolle, beispielsweise im Sozialbereich zwischen Fördergebern und Fördernehmern. „Gerade an dem Punkt“, so Horak, „scheiden sich natürlich sehr die Geister. Man muss sich fragen, inwieweit soziale Dienste bzw. die Organisationen in ihrer Vielfalt Benchmarking-tauglich sind.“

 

Blick über den Tellerrand

Christian Horak ortet besonders im NPO-Bereich noch weniger Bereitschaft über den Tellerrand zu blicken – Vergleiche mit dem Profit-Sektor seien verpönt. Dabei sei genau dieser Blick über den Tellerrand ein zentraler Erfolgsfaktor für Benchmarking. Als Beispiel nennt Horak die Aravind Augenklinik in Indien, die sich dort mit der Fast-Food-Kette McDonald's verglichen habe. Was auf den ersten Blick wenig Sinn zu machen schien, habe ein Erfolgsmodell begründet: Wie bei McDonald's ist der Anspruch der Augenklinik, für jeden Kunden an allen Standorten die gleiche Leistung in derselben Qualität anzubieten. Mittlerweile führt man mit weniger als ein Prozent der indischen Arbeitskräfte im betroffenen Segment mehr als fünf Prozent aller Augenoperationen auf dem Subkontinent durch. Als Vorbild für die Organisation von Operationen eines Grauen Stars dienten einige Musterprozesse von McDonald’s zur Hamburger-Produktion.

 

Umfrage bei 25 Kunden aus dem NPO-Sektor

2011 hat Contrast Management-Consulting eine Online-Befragung bei Kunden bezüglich der Effizienz und Auslastung der Buchhaltung durchgeführt. Es zeigte sich, dass der Medianwert pro Jahr und Organisation bei 7000 Belegen liegt, die im Durchschnitt von zwei Mitarbeitern pro Organisation durchgeführt werden. „Wir sind bei solchen Befragungen natürlich auch darauf angewiesen, dass die Organisationen entsprechend bereit sind, Details und Informationen bekannt zu geben. Denn sonst haben wir diesen Äpfel-Birnen-Vergleich. Je genauer die Daten sind, desto besser können Benchmarks oder Best Practices definiert werden. Das setzt natürlich auch eine gewisse Vertrauensbeziehung voraus, doch bekanntlich kann man wechselseitiges Vertrauen nicht verordnen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die Bereitschaft, sich zu vergleichen, langsam aber stetig steigen wird“, so Christian Horak abschließend.