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Managementbonussysteme bei österreichischen NPOs häufiger als erwartetMANAGEMENTBONUSSYSTEME BEI
ÖSTERREICHISCHEN NPOS HÄUFIGER ALS
ERWARTET

01.04.2014
In einer empirischen Studie von Contrast Management-Consulting, die gemeinsam mit dem Controller Institut durchgeführt worden ist, gaben knapp 30% der befragten NPOs an, dass sie in ihrer Organisation bereits Anreizsysteme verwenden. Zu 81% sind diese Boni finanzieller Natur sowie zu 44% Sachprämien in Form von Weiterbildung oder dergleichen. Die Studienautoren Martin Bodenstorfer und Christian Horak von Contrast sowie Josef Baumüller von der Universität Wien befragten 58 Geschäftsführer und Controlling-Leiter in großen österreichischen Nonprofit-Organisationen. Insgesamt sind knapp 590 Organisationen kontaktiert worden. „Anreizsysteme werden zunehmend zu einem Thema in NPOs – nicht zuletzt gewinnt die Überlegung an Bedeutung, dass sich wie für gewinnorientierte Unternehmen Leistung auch lohnen muss“, stellen die Autoren fest. Die generelle Einschätzung, dass sich Anreizsysteme für NPOs eignen, spiegelt jedoch eine vorhandene Ambivalenz wider. Insbesondere die Übernahme von Praktiken aus dem Bereich der gewinnorientierten Unternehmen in die Arbeit von NPOs ist daher auffallend. Dazu zählt eben auch der zunehmende Einsatz von Anreizsystemen.

Was bedeutet Erfolg für NPOs?

 

Im Nachklang der Wirtschaftskrise kamen viele NPOs unter Druck. Sie wurden gefordert aufgrund sinkender Budgets öffentlicher Fördergeber sowie den höheren Anforderungen ihrer Anspruchsgruppen ihre Ziele schärfer zu definieren, um mit ihren Leistungen treffsicherer zu wirken. Da es aus genannten Gründen auch zu einem verstärkten Wettbewerbs der NPOs untereinander gekommen ist, sahen sie sich ebenfalls zu diesem Schritt gezwungen. Deswegen stehen für 46% der Befragten Wirkungsziele im Fokus der eigenen Erfolgsmessung. Etwas überraschend kommt jedoch finanziellen Zielen mit 50% Zustimmung eine noch höhere Bedeutung zu – die dahinter stehenden Aspekte wie Liquiditätssicherung oder Kostendeckung veranschaulichen die wirtschaftlich schwierige Situation, in der sich viele NPOs gerade befinden. „Man kann heute nicht zuletzt deswegen eine zunehmende Verbetriebswirtschaftlichung der NPOs erkennen“, so die Autoren.

 

Risiken und Chancen für Boni im Nonprofit-Bereich

 

54% der Befragten sehen Anreizsysteme des Weiteren als Chance, um die Motivation der Mitarbeiter zu erhöhen, während 41% hingegen skeptisch sind und eine Verwässerung des NPO-Charakters befürchten. Ein entscheidendes Ergebnis ist für die Autoren, dass 55% der NPOs glauben, dass durch Anreizsysteme die Organisation effizienter gesteuert werden könnte. 36% der Organisationen geben aber auch an, dass dies höhere Anforderung an das Controlling stellen würde, ihnen jedoch dazu das notwendige Instrumentarium fehle. „Wir glauben, dass Anreizsysteme eine weiterer Schritt in der Professionalisierung von NPOs sind, weil Ziele und Wirkungen letztlich nicht nur generell definiert, sondern auch auf die einzelnen Mitarbeiter heruntergebrochen werden müssen. Jeder Mitarbeiter wird stärker in die Pflicht genommen und kann seine Leistung auch entsprechend an den erreichten Zielen messen“, erläutern die Autoren: „Bei sorgfältiger Ausgestaltung hat dies auch eine besonders motivierende Wirkung auf diesen.“ Anreizsysteme sind dabei nicht nur ein Thema für Führungskräfte in NPOs; Grundtenor ist, dass jene auch für Nicht-Führungskräfte relevant sind. Diese müssen in jedem Fall unterschiedlich ausgestaltet werden, damit sie auch der Leistung und Verantwortlichkeit des Mitarbeiters entsprechend gerecht werden. Im Fall der heute gezahlten Prämien, sind diese für 63% der Befragten angemessen hoch und damit mitunter in ähnlichen Dimensionen wie bei vergleichbaren gewinnorientierten Unternehmen.

 

Sind Anreizsysteme für NPOs überhaupt geeignet?

 

Diese Frage ist noch immer eine sehr umstrittene. Das zeigen auch die Ergebnisse der Studie: „Im Durchschnitt scheinen für alle untersuchten NPOs finanzielle Leistungsanreize problematisch“, stellen die Autoren fest. 54% der Befragten sehen vielmehr nicht-finanzielle Leistungsanreize eher angemessen für NPOs. „Diese Frage polarisiert jedoch am stärksten“, betonen Christian Horak, Josef Baumüller und Martin Bodenstorfer und weiter: „Gerade NPOs, die zunehmend unter Wachstums - bzw. Wettbewerbsdruck stehen, gehören zu den Befürwortern und Anwendern von finanziellen Anreizsystemen.“ Diese Organisationen scheinen damit auch durchwegs gute Erfahrungen gemacht zu haben. Dieser Umstand wirft wiederum hinsichtlich der ‚Anreizsystem-Skeptiker‘ die Frage auf, ob hier nicht häufig Befürchtungen oder Vorurteile die Grundlage für diese Skepsis sind, merken die Autoren an. Auch weist der Umstand, dass primär NPOs, welche zu einem geringerem Grad von der öffentlichen Hand finanziert werden, darauf hin, dass gerade öffentliche Geldgeber den Einsatz von Anreizsystemen in den von ihnen geförderten Organisationen besonders kritisch sehen. „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Hindernisse für den Einsatz finanzieller Leistungsanreize geringer ausgeprägt sind als erwartet“, so das Fazit der Autoren.

 

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Susanne Eiselt

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Tel.: 0676 /75 49 767