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EY-Studie Digitalisierung in Non-Profit-OrganisationenEY-STUDIE DIGITALISIERUNG IN
NON-PROFIT-ORGANISATIONEN

18.10.2017
Österreichs Non-Profit-Organisationen müssen Datenschutz verstärken – Potenzial der Digitalisierung wird noch zu wenig genutzt
  • Nur 40 Prozent der Sozial- oder Bildungseinrichtungen in Österreich halten die digitalen Daten bereits für umfassend gut geschützt
  • Für neun von zehn NPOs sind die erhöhten Anforderungen an Datensicherheit die größte Herausforderung der Digitalisierung
  • Ein Viertel der Non-Profit-Organisationen ist noch nicht auf die im Mai 2018 in Kraft tretende Datenschutzgrundverordnung vorbereitet
  • NPOs erwarten sich durch Digitalisierung vor allem Vorteile in der Kommunikation mit Kunden – 87 Prozent nutzen bereits soziale Medien
  • Potenzial der Digitalisierung wird zu wenig genutzt: Fast neun von zehn NPOs haben keine Digitalisierungsstrategie
  • Größte Hemmnisse: geringe Kompetenz, wenig Budget, kaum Fortbildungen

Wien, 18. Oktober 2017. Die Digitalisierung ist bei Österreichs Non-Profit-Organisationen angekommen: 58 Prozent der Organisationen sehen digitale Technologien als sehr wichtiges Thema, für 39 Prozent sind sie zumindest eher wichtig. Die zunehmende Vernetzung stellt jedoch viele NPOs vor neue Herausforderungen: Fast neun von zehn Institutionen (88%) bewerten die erhöhten Anforderungen an die Datensicherheit als größten Nachteil der Digitalisierung.

 

Das sind die Ergebnisse einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY unter 80 Verantwortlichen österreichischer Non-Profit-Organisationen.

 

Die Erkenntnisse der Studie standen auch im Mittelpunkt von Fachdiskussionen des 24. NPO-Kongresses unter dem Motto „Digitaler Wandel: Kein Stein bleibt auf dem anderen?!“. Über 200 Führungskräfte von öffentlichen Verwaltungen, Non-Profit-Organisationen und Sozialunternehmen nahmen an dem hochkarätigen Forum am 10. und 11. Oktober im Schloss Schönbrunn teil. Weitere Informationen unter www.npo-kongress.at.

 

Unsicherheit im Umgang mit sensiblen Daten

 

Gerade im Sozial- und Gesundheitsbereich erfassen, verarbeiten und speichern NPOs eine Vielzahl von personenbezogenen Daten digital. Schon jetzt führen 56 Prozent regelmäßig automatisiert mehrere Datenquellen zusammen. Umso wichtiger ist der Schutz dieser Daten. Der Status quo ist jedoch eher bedenklich: Nur vier von zehn (40%) NPOs sind überzeugt, dass ihre eigenen digitalen Daten ausreichend geschützt sind, bei 60 Prozent gibt es Zweifel daran. Fast ein Fünftel der gemeinnützigen Organisationen (18%) in Österreich fürchtet gar, dass die eigenen Daten unzureichend geschützt sind. Bei jeder dritten NPO (33%) ist der Zugriff auf Kundendaten nicht schriftlich geregelt. Nur drei Viertel (76%) informieren betroffene Personen über die Speicherung und Verwendung von personenbezogenen Daten.

 

Christian Horak, Partner bei Contrast EY und fachlicher Leiter des 24. NPO-Kongresses, kommentiert: „Viele Non-Profit-Organisationen haben die Zeichen der Zeit erkannt und Digitalisierung ganz oben auf ihre Agenden geschrieben. Die Anpassung der Geschäftsmodelle an den digitalen Standard ist ein laufender Prozess, der auch Gefahren mit sich bringt. Eines der größten Risiken ist der Schutz von sensiblen Daten bei zunehmender Vernetzung. Viele NPOs haben dort Aufholbedarf und müssen gerade in Hinblick auf die EU-Datenschutz-Grundverordnung dringend aufrüsten. Dazu gehören technologische Weiterentwicklungen genauso wie schriftliche Regelungen im Umgang mit Daten und die Schulung sowie Sensibilisierung von Mitarbeitern.“

 

Die im Mai 2018 in Kraft tretende EU-Datenschutzgrundverordnung erhöht die Standards für den Schutz von sensiblen Daten und verschärft die Strafen bei Fehlverhalten: Bußgelder bei Verstößen können bis zu 800 Mal höher sein als bisher und in Millionenhöhe gehen. Ein Viertel (26%) der gemeinnützigen Organisationen in Österreich ist laut eigenen Angaben noch nicht auf die neuen gesetzlichen Vorgaben vorbereitet. Immerhin 74 Prozent sind überzeugt, ihre Hausaufgaben bereits gemacht zu haben.

 

Digitalisierung erleichtert Kommunikation – 87 Prozent der NPOs nutzen Social Media

 

Für Österreichs Non-Profit-Organisationen bringt die Digitalisierung in erster Linie neue Chancen in der Kommunikation mit sich: Als größte Vorteile digitaler Technologien werten sie demnach auch die Ausweitung der Möglichkeiten in der Interaktion mit Kunden (80%) und die Vereinfachung der internen Kommunikation (75%). Gleichzeitig fürchtet ein Drittel (34%) aber auch, dass die zwischenmenschliche Kommunikation unter den neuen technologischen Möglichkeiten leidet.

 

Die gemeinnützigen Organisationen setzen bereits jetzt in der Kommunikation voll auf Social Media: 87 Prozent nutzen soziale Netzwerke für den Austausch mit ihren Zielgruppen. Der eindeutig beliebteste Kanal ist Facebook: 85 Prozent nutzen die Plattform aufgrund ihrer großen Reichweite zum Verbreiten von Informationen und zum Austausch. 37 Prozent verwenden dafür Twitter – entweder als Organisation oder über einzelne Personen als offizielle Sprachrohre. Auf der Bilderplattform Instagram sind zwölf Prozent der österreichischen NPOs aktiv.

 

„NPOs sehen in digitalen Technologien vor allem eine Möglichkeit, ihre Zielgruppen mit neuen Formen der direkten, zielgenauen Ansprache zu erreichen. Für die Ansprache von Freiwilligen, Spendern, Mitarbeitern, Kunden und der Öffentlichkeit nutzen fast alle gemeinnützigen Organisationen Social Media. Non-Profit-Organisationen müssen heutzutage zwingend in sozialen Netzwerken vertreten sein und diese Medienkompetenz bestmöglich einsetzen“, so Horak.

 

NPOs schöpfen Potenzial der Digitalisierung nicht aus

 

„NGOs müssen den digitalen Wandel in seiner gesamten Bandbreite begreifen und ihre Organisation neu vermessen. Der starke Fokus auf neue Möglichkeiten in der Kommunikation ist aus Sicht der Organisationen zwar richtig, aber zu kurz gegriffen. Wer auf dieser Ebene stehen bleibt, lässt viel Potenzial ungenutzt“, warnt Horak.

 

So sehen momentan erst 71 Prozent Vorteile durch Automatisierung, nur 64 Prozent haben Potenzial für Aufwands- und Kosteneinsparungen erkannt und nicht einmal die Hälfte (48%) plant, das Leistungsspektrum aufgrund der neuen technologischen Möglichkeiten zu erweitern. Gerade einmal 28 Prozent sind sich sicher, dass die Digitalisierung in den nächsten fünf Jahren Änderungen des Leistungsportfolios der Organisation nach sich zieht, immerhin 43 Prozent können sich Anpassungen vorstellen.

 

Horak erklärt: „NPOs dürfen die Tragweite der Digitalisierung nicht unterschätzen. Das Beispiel des medizinischen Umfelds, in dem viele Sozialorganisationen tätig sind, verdeutlicht, wohin die Reise gehen kann. Das Internet der Dinge verändert Betreuungsansätze radikal. So machen Sensoriken dauernde Konsultationen überflüssig. Beispiele aus den USA haben gezeigt, dass Patientenströme in Krankenhäusern dadurch bis auf ein Viertel zurückgehen können. Der Pflegebereich könnte beispielsweise durch den Einsatz von humanoiden Robotern entlastet werden. Die Telemedizin und ELGA sind erst der Anfang. Unternehmen müssen investieren und Mitarbeiter schulen – dafür brauchen sie einen Masterplan.“

 

Neun von zehn NPOs haben keine Digitalisierungsstrategie

 

Dieser Masterplan fehlt momentan noch bei vielen Non-Profit-Organisationen: Fast neun von zehn NPOs (88%) haben momentan keine verschriftliche Digitalisierungsstrategie.

 

„Hier besteht dringender Aufholbedarf. Jede NPO braucht eine Digitalisierungsstrategie. Damit die Digitalisierungsstrategie auch nachhaltig umsetzbar ist, muss sie mit der Gesamtstrategie verknüpft werden. Das ist nur bei jeder dritten gemeinnützigen Organisation mit bestehender Strategie der Fall. Es ist aber ein positives Signal, dass die Digitalisierung bei NPOs Chefsache ist. Bei den meisten Organisationen ist die Geschäftsführung der stärkste Treiber“, sagt Horak.

 

Hemmnisse: Geringe Kompetenz, wenig Budget, kaum Fortbildung

 

NPOs fürchten, dass die derzeitigen Kompetenzen nicht ausreichen, um den digitalen Wandel erfolgreich voranzutreiben: Zwei Drittel (64%) sehen Kompetenzmangel als Problem. Auch die budgetären Mittel sind überschaubar: Nur jede achte NPO (12%) kann mehr als zehn Prozent des gesamten Budgets in die Digitalisierung der eigenen Organisation investieren.

 

Im Gegensatz zur öffentlichen Verwaltung, wo die Überalterung zum Stolperstein auf dem Weg in das digitale Zeitalter zu werden droht, gäbe es bei Österreichs NPOs zumindest genügend „Digital Natives“: In jeder zweiten Organisation sind deutlich mehr als ein Viertel der Mitarbeiter mit digitalen Technologien aufgewachsen. Ohne entsprechende Weiterbildungen bleibt dieser Mehrwert aber ungenutzt: Knapp die Hälfte der Befragten (46%) bemängelt, dass ihre Organisation im Moment zu wenig Fortbildungen zum Thema Digitalisierung anbietet.

 

EY im Überblick

 

EY* ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter an vier Standorten und erzielte im Geschäftsjahr 2016/2017 einen Umsatz von 131 Millionen Euro. Gemeinsam mit den insgesamt über 250.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Kunden überall auf der Welt.

 

EY bietet sowohl großen als auch mittelständischen Unternehmen ein umfangreiches Portfolio von Dienstleistungen an: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung sowie Transaktionsberatung und Managementberatung.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.ey.com/at

 

*Der Name EY bezieht sich in diesem Profil auf alle österreichischen Mitgliedsunternehmen von Ernst &Young Global Limited (EYG), einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht. Jedes EYG Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen.

 

Rückfragehinweis

 

Florian Haas

EY

Wagramer Str. 19

A-1220 Wien

Tel.: +43 1 211 70 1156

E-Mail: florian.haas64f3ecf1d5a26a4507ef54f2cc4at.ey(6cd32d693315c78aa2d9b7c58e3)com

 

Silvana Kegele

ikp Wien

Museumstraße 3/5

A-1070 Wien

Tel.: +43 1 524 77 90 15

E-Mail: ey64f3ecf1d5a26a4507ef54f2cc4ikp(6cd32d693315c78aa2d9b7c58e3)at