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„Zeitfresser Ade? Potentiale durch Software Robots nutzen”„ZEITFRESSER ADE? POTENTIALE DURCH
SOFTWARE ROBOTS NUTZEN”

18.05.2018
Nachbericht Contrast EY Public Cercle

Am 15. Mai lud Contrast EY zum Public Cercle mit dem Titel „Zeitfresser Ade? Potentiale durch Software Robots nutzen”. Rund 100 Führungskräfte und leitende Mitarbeiter aus dem öffentlichen Sektor und Non-Profit Organisationen folgten der Einladung in den Apothekertrakt  im Schloß Schönbrunn.

 

Gastgeber Christian Horak, Partner Contrast EY, stellte gemeinsam mit den Vortragenden Ali Aram, Partner EY Österreich, und Michael Hoffmann, Senior Manager EY Österreich, das Thema Software Robotics aus unterschiedlichen Perspektiven dar und präsentierten potenzielle Anwendungsgebiete.

 

Automatisierung: Bedrohungsszenario oder Schlüssel für Effizienz?

 

Der Arbeitsalltag in fast allen Organisationen ist von einer Vielzahl manueller Tätigkeiten geprägt – resultierend aus Systembrüchen, unterschiedlichen Schnittstellen, redundanten Arbeitsabläufen, einer heterogenen Systemlandschaft sowie dem Fehlen standardisierter Prozesse. Diese Abläufe führen häufig zu kostenintensiven und zeitkritischen Engpässen im operativen Geschäft. Die Prognose, dass Roboter zukünftig in der Lage sein sollen einen großen Teil der Arbeit von Menschen zu übernehmen, klingt gleichermaßen beeindruckend wie beängstigend.

 

„In nahezu allen Organisationen gibt es erhebliche Automatsierungspotenziale – allerdings sind diese oftmals noch nicht bekannt. Nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Verwaltung sind Organisationen gefordert, sich mit den Möglichkeiten dieser neuen Technologie und deren Einbindung in den Betrieb auseinanderzusetzen. In einem Umfeld stetig steigender Anforderungen bei gleichzeitig enormem Kostendruck können Software-Roboter qualitativ hochwertige Arbeitsergebnisse zeitlich flexibel liefern und damit die Mitarbeiter öffentlicher Verwaltungen und gemeinnütziger Organisationen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen“, so Christian Horak in seiner Begrüßungsrede.

 

Organisationen müssen digitale Kompetenzen ausbauen

 

Ali Aram, Partner EY, unterstrich in seiner Keynote die einzigartige Kraft und Geschwindigkeit der digitalen Transformation. Umso wichtiger sei es, die richtigen technologischen Fähigkeiten in einer Organisation zu verankern: „Viele Organisationen verfügen noch nicht über die richtigen digitalen Kompetenzen. Der Aufholbedarf äußert sich in zwei Dimensionen: Die offensichtliche ist der Mangel an IT-Fachkräften, die verdeckte ist das mangelnde Wissen in Fachbereichen“, so Aram.

 

Dies hätte auch eine EY-Befragung unter 113 österreichischen Top-Managern gezeigt, fügte EY-Partner Aram an: „Der Befund unserer Studie ist eindeutig: IT-Kenntnisse sind derzeit keine Schlüsselkompetenz von heimischen Führungskräften – aber sie sollten es sein. Dieses Bewusstsein ist auch in den Chefetagen angekommen: Zwei Drittel sprechen sich eindeutig für einen Vertreter mit IT-Kenntnissen aus“.

 

Der Ausbau der digitalen Kompetenzen solle bei Bedarf sowohl am Markt eingekauft als auch als Disziplin in allen Unternehmensbereichen etabliert werden, so Aram. Wichtig sei zudem, technologischen Aufholbedarf zu erkennen, rigoros zu beheben und smarte Abkürzungen zu finden. „Einzelkämpfer haben es schwer. Wer seine technologischen Fähigkeiten konsequent ausbauen möchte, sollte sich Netzwerke suchen und diese nutzen“, so Aram.

 

Einsatz von Software-Robotern öffnet Freiräume für intellektuelle Tätigkeiten

 

Gastgeber Christian Horak, Partner Contrast EY, gab einen Überblick über die Auswirkungen von Automatisierungen auf Mitarbeiter und Organisationskultur der öffentlichen Verwaltung bzw. in Non-Profit-Organisationen. „Transformation ist eine Frage der Führung, nicht der Technologie. Die Zukunft gehört der Allianz von Mensch und Maschine. Es ist wichtig, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diesen Wandel vorzubereiten und einzubinden“.

 

Die Diskussion zur Automatisierung sei aus Sicht von Horak momentan hauptsächlich durch Schreckensbotschaften und Negativszenarien geprägt. Dabei würde der Einsatz von Software-Robotern auch positive Folgen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, so Horak: „Der Fokus unserer Arbeit sollte auf wertschöpfenden Tätigkeiten liegen. Die Devise muss lauten: Head Work statt Hand Work bzw. mehr Zeit für die Bürger, Klienten, Patienten. Der Einsatz von Software-Robotern beseitigt Zeitfresser und eröffnet Freiräume für kreatives Denken und strategische Überlegungen. Das zieht eine Veränderung von Job-Profilen und neue Tätigkeitsbereiche der Mitarbeiter nach sich“.

 

Diese Entwicklung stelle auch neue Anforderungen an Führungskräfte, so Horak: „Bereichsgrenzen, Silodenken oder mangelnde Kommunikation ersticken gute Ideen oft bereits im Keim. Führungskräfte müssen den Weg zu einer agilen und kollaborativen Organisation vorantreiben“.

 

Erste  Anwendungen im internationalen Kontext wie z. B. in der dänischen Stadt Odense würden beeindruckende Ergebnisse, sowohl in Richtung Bürger- und Mitarbeiterzufriedenheit als auch in Richtung Ressourcenschonung, zeigen.

 

Automatisierung ist auch ein Bekenntnis zu einer Kultur des Fortschritts

 

Michael Hoffmann, Senior Manager EY Österreich, beleuchtete das Thema Software-Roboter aus der technologischen Perspektive. Er betonte, dass Führungskräfte der öffentlichen Verwaltung laut einer kürzlich von EY durchgeführten Umfrage die größten Vorteile des digitalen Wandels in der Automatisierung sehen. Tatsächlich sei eine Automatisierung von Prozessen innerhalb weniger Wochen möglich, so Hoffmann: „Software-Roboter können schon jetzt standardisierte Abläufe nach klar definierten Regeln ausführen. Sie sind virtuelle Arbeitskräfte, die durch die operativen Fachbereiche gesteuert werden“.

 

Einsatzmöglichkeiten für Software-Robert gebe es genug: Von der Bürger- oder Kundenkommunikation über das Personalwesen bis hin zu IT- oder Finanz-Prozessen. Neben offensichtlichen Vorteilen wie der Effizienzsteigerung hätte der Einsatz von Software-Robotern zudem positive Nebeneffekte: „Indem redundante Tätigkeiten durch Software-Roboter übernommen werden, steigen Qualität und Nachvollziehbarkeit. Der Bedarf an Outsourcing sinkt, Mitarbeiter haben mehr Zeit für ‚Kopfarbeit‘ und sind dadurch zufriedener. Dazu kommt ein gewisser Kulturwandel: Automatisierung ist auch ein Bekenntnis zu einer Kultur des Fortschritts“, so Hoffmann abschließend.