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Mit strategisch sicherer Hand: Turbulente Zeiten erfordern Mut und AusdauerMIT STRATEGISCH SICHERER HAND:
TURBULENTE ZEITEN ERFORDERN MUT UND
AUSDAUER

16.10.2013
Am 08. Oktober 2013 fand unter dem Motto „Strategien in herausfordernden und turbulenten Zeiten" der Contrast Management-Cercle im Palais Ferstel statt. Zum Thema referierten OMV-Vorstandsvorsitzender Gerhard Roiss und Martin Unger, Geschäftsführender Partner und Strategieexperte von Contrast. Im Anschluss folgte eine Podiumsdiskussion unter der Leitung von Werner Hoffmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Contrast. Dabei erzählten auch der Finanzvorstand der Österreichischen Post Walter Oblin und Frauenthal-Vorstand Hans Peter Moser über ihren erfolgreichen Strategiewandel der letzten Jahren.

Mit Unsicherheit anders umgehen

 

Ob der Peak der Krise bereits überwunden ist oder noch vor uns steht, ist unklar. Tatsache ist, dass ein wirtschaftspolitisch unsicheres Umfeld und erhöhte Branchendynamik bzw. -evolution zwei Faktoren sind, die Strategiearbeit in den nächsten Jahren in zunehmendem Maße vor neue Herausforderung stellen werden. Viele Staaten, darunter auch Österreich, haben in einigen Bereichen ein schwer prognostizierbares Umfeld zu erwarten: Themen wie hohe Verschuldung, demografische Entwicklung, unzureichende Bildung/Ausbildung, mangelnde Innovationskraft, sinkende Standortattraktivität oder rückläufige Industrialisierung sind nur ein paar Beispiele für diese herausfordernde und unsichere Umfeldsituation.

 

Eine Konsequenz aus der Wirtschafts- und Finanzkrise werden voraussichtlich geringe Wachstumsraten in den meisten europäischen Ländern sein. „Mittel- bis längerfristig werden nur sehr geringe Wachstumsraten in (Zentral-)Europa zu erwarten sein. Wenn Unternehmen wachsen wollen, wird man die Internationalisierungsstrategie verändern und stärker asiatische und (latein-)amerikanische Schwellenländer erobern müssen. Auch eine Fokussierung auf wenige Länder mit in diesen Ländern starken Marktpositionen wird erfolgsentscheidend sein“, erläutert Martin Unger.

 

Authentizität und Transparenz in der Strategiearbeit

 

„Wir setzen strategisch auf Regionalität und Versorgungssicherheit – auch für die zweite Generation. Wir wollen teilweise wegkommen von den politisch instabilen Ländern und Eigenressourcen innerhalb Europas schaffen, auf die wir in Krisenzeiten zugreifen können“, so der OMV-Vorstandsvorsitzende Gerhard Roiss. Mit kurzfristigen Lösungen sei die Energiewende nicht zu schaffen. „Eine gute Strategie verlangt jahrelange Auseinandersetzung und muss transparent sein. Unternehmen brauchen dabei Disziplin und starke Kommunikation“, spricht Roiss aus Erfahrung. Er hält insbesondere eine HR-Strategie für essenziell, die nicht von der Gesamtstrategie abgekoppelt ist und fordert den Ausbau von hochwertiger Bildung zur Schaffung von Fachkräftekapazitäten im Inland.

 

Den Wettbewerb in turbulenten Zeiten bestmöglich gewinnen durch Innovation, Agilität und Resilienz

 

Weiters müssen bestehende Strategien und Geschäftsmodelle reflektiert und auf ihre Zukunftsträchtigkeit überprüft und gegebenenfalls adaptiert werden. Wesentlich für viele Unternehmen wird es sein, die Innovationskraft und Kreativität nachhaltig zu verbessern. Im internationalen Vergleich hat Österreich einen starken Nachholbedarf, was die Innovationskraft anbelangt. Dabei werden Innovationen (Produkt-, Marketing-, Geschäftsmodellinnovationen, technologische Innovationen) künftig oftmals der entscheidende Erfolgsfaktor sein. „Viele österreichische Unternehmen haben eine zu geringe Innovationsfähigkeit und verfügen über keine klare Innovationsstrategie“, konstatiert Unger. Gerade in unsicheren Zeiten ist es wesentlich, nicht nur kosteninduzierte, defensive Maßnahmen zu verfolgen, sondern verstärkt Wachstumsimpulse zu setzen.

 

Laut Unger erodieren auch Wettbewerbsvorteile in turbulenten Umfeldern rascher, daher erfordert nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit eine klare Vision und ausgeprägte Innovationskraft.

 

„Wir sind in Europa zu Innovation verdammt, weil wir sonst den Kürzeren ziehen“, meint auch Hans Peter Moser und erzählt von seinem Strategieschwenk im Jahr 2009, als Frauenthal mit einem Marktabsprung von minus 75 % konfrontiert war. Auch die Post musste mit der Krise umdenken und optimieren: „Wir haben uns strategisch für erhöhte Kundenorientierung und -betreuung entschieden und den Service und das Filialnetz deutlich ausgebaut, bei gleichzeitigem gezielten Kostenabbau“, so Walter Oblin.

 

Strategisches Management ist wichtiger denn je. „Wir betreiben Strategie in unsicheren Zeiten, wo es keine Planungssicherheit bei Investitionen gibt“, erklärt Werner Hoffmann. Rasche Veränderungsfähigkeit (Agilität) und Robustheit (Resilienz) sind für Hoffmann jene Schlüsselkompetenzen, die ein Unternehmen benötigt, um Krisenzeiten erfolgreich zu meistern.

Contrast Management-Cercle
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