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Die digitale Revolution als Game Changer - NachberichtDIE DIGITALE REVOLUTION ALS GAME CHANGER
- NACHBERICHT

28.11.2016
Wie sich unsere Wirtschaftslandschaft und unser Alltag in den nächsten 10 Jahren verändern werden

Digitalisierung ist der Megatrend unserer Zeit und wird mit ungeheurer Kraft und Geschwindigkeit unsere Branchen und Lebenswelten verändern. Daher muss die Digitalisierung auch als umfassender gesellschaftspolitischer Kraftakt bewertet und nicht als bloße Modeerscheinung betrachtet werden. Martin Unger, auf Strategieberatung spezialisierter Partner von Contrast EY Management Consulting, sowie Bernd Schwarzer, Senior Manager Advisory Services bei EY Österreich, referierten am 24. November im Hotel Sacher ausführlich über das Thema Digitalisierung. Zur Einleitung meinte Werner Hoffmann, Professor für Strategisches Management an der WU und Strategy Advisory Leader bei EY für Deutschland, Österreich, Schweiz, dass unternehmerische Entscheidungen die Digitalisierung umfassend integrieren und ihre Geschäftsmodelle auch entsprechend verändern müssen, um in der Zukunft zu reüssieren. Daher sei es wichtig, auf diesem Entwicklungsweg auf verlässliche Transformationsbegleiter zählen zu können.

 

„Internet of Things-to Internet of Everything“

 

In seinem Eingangsstatement meinte Martin Unger, dass sich die digitale Revolution vor allem daran zeigen wird, dass sich nicht bloß einzelne Unternehmen/Geschäftsmodelle, sondern ganze Systeme durch eine gegenseitige Vernetzung verändern werden. Diese neuen Ökosysteme (z.B. Smart Farming, Smart Mobility) werden bis 2030 unser Leben nachhaltig umwandeln, sei es in der Bildung, im Beruf, im Alltag oder bei der Mobilität. Im Moment sind erst 1 Prozent der physischen Gegenstände mit einem Netzwerk verbunden, bis 2030 werden es mehr als 500 Milliarden Vernetzungen sein.

 

Allerdings haben die Unternehmen die Digitalisierung als Veränderungstreiber zwar zum Teil erkannt, sind aber noch auf der Suche nach einer strategischen Antwort. Aktuelle Studien haben ergeben, dass mehr als 50 % der Unternehmen ihr gegenwärtiges Geschäftsmodell als nicht zukunftsfähig erachten, 61 % haben keine Digitalisierungsstrategie. Ein Umstand, den Unger durchaus mit Sorge betrachtet: Nicht nur in Österreich (lediglich auf dem 13. Platz des EU Digitalisierungsrankings), sondern in ganz Europa, ist man in puncto Digitalisierung auf die billigen Plätze verdrängt worden. Von den zehn größten Technologie-Unternehmen stammen sieben aus den USA, zwei aus Asien und lediglich eines aus Europa (SAP). Dass die Digitalisierung nicht nur ein oberflächliches Buzzword ist, spiegelt sich auch in der gesamten Unternehmenslandschaft wider. Über 50 der Fortune-500 Unternehmen kommen 2016 bereits aus dem Technologie-/Telekommunikationssektor. Seit dem Jahr 2000 sind 52 Prozent der Unternehmen aus der Liste der Fortune-500 verschwunden. „Diese Dynamik verdeutlicht: Die Digitalisierung ermöglicht es Unternehmen, überdurchschnittliche Wachstumssprünge zu machen“, resümiert Unger. Nicht selten profitieren Start-ups, die gegenüber großen Unternehmen mit einer flexiblen Struktur und einer unternehmerischen Kultur aufwarten.

 

Nicht fürchten, aber auch nicht unterschätzen

 

Unger rät den Unternehmen zeitgerecht und vor allem strategiebasiert die digitale „Reise“ anzutreten und dabei besonders die Mitarbeiter gut mitzunehmen. „Digitale Kompetenz lässt sich nicht verordnen, sie muss vorgelebt und umfassend integriert werden. Die digitale ‚Fitness‘ ist daher ein strategischer, kultureller und aber auch technischer Prozess“, so Unger abschließend.

 

Technologische Innovationen führen zu Digitalisierungstrends

 

Bernd Schwarzer, Senior Manager Advisory Services bei EY Österreich, erläuterte, wie sehr sich die Informationstechnologie immer mehr über alle Lebensbereiche streckt. „Die IT ist massentauglich geworden. Die Vernetzung der physischen mit der virtuellen Welt schreitet mit exponentieller Geschwindigkeit voran, wie wir etwa an der Entwicklung von künstlicher Intelligenz, dem Internet-of-Things oder autonomen Alltagsgegenständen wie dem Smart Car sehen“, so Schwarzer. Seiner Meinung nach werden 2020 drei Millionen Menschen einen Roboter als „Chef“ haben, da die physische und die virtuelle Welt immer stärker verschmelzen. Besonderes Augenmerk legte Schwarzer in seinem Vortrag nicht nur auf technische Innovationen, sondern auch auf die Frage nach IT-Security. Denn mit zunehmender Digitalisierung steige der Handlungsbedarf für Sicherheit. Cyber-Attacken müssen entsprechend abgewehrt und bekämpft werden. Der Aufwand für Sicherheitssysteme wird daher auch in den nächsten Jahren entsprechend steigen. Abschließend meinten die Referenten, dass Digitalisierung Chefsache sei und daher die digitale Kompetenz in die gesamte Aufbauorganisation und in die Prozesse einfließen müsse.

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Die digitale Revolution als Game Changer - Foto: Point of View, Robert Alexander HerbstDie digitale Revolution als Game Changer - Foto: Point of View, Robert Alexander HerbstDie digitale Revolution als Game Changer - Foto: Point of View, Robert Alexander HerbstDie digitale Revolution als Game Changer - Foto: Point of View, Robert Alexander Herbst